Überraschungen (c) pexels.com

Überraschungen

Ein paar Stunden ist das neue Jahr erst alt. 2017.

Ich freue mich. Ein Ende. Und ein Neubeginn. Das tut gut.

Es wird viele Veränderungen geben. Geplante. Wir wollen mehr reisen. Mehr darüber schreiben. Wie jedes Jahr setze ich Hoffnungen und Wünsche in dieses neue Jahr, hoffe, dass sich plötzlich Türen öffnen, dass ich Möglichkeiten sehe, für die ich zuvor nicht bereit war. Ich denke darüber nach, was dieses Jahr wohl noch alles für mich bereithalten wird und lenke meine Aufmerksamkeit auf meine Wünsche, Träume und Hoffnungen. Mein Fokus liegt auf dem, was noch besser werden kann – doch wie wäre es, das Leben als ein großartiges Geschenk zu sehen und dankbar für das Hier und Jetzt zu sein?  Statt den Blick in die Zukunft zu richten, zu planen und zu wollen, vertraue ich darauf, dass alles, was mir widerfahren wird, genau so, gut und richtig für mich ist. Der Schatten und das Licht – sie beide sind wichtig.

Und mit Sicherheit wird es auch ungeplante Dinge geben. Bis jetzt hielt noch jedes Jahr Überraschungen bereit.Das ist das Leben. Es ist voller Momente.

Momente

Momente, die man für immer festhalten möchte, die einfach gut sind, weil sie sind.Jene Momente, in denen man dann eine Kamera zückt, weil man sie einfach in Erinnerung behalten möchte. Doch  mit keinem Foto gelingt es, den Moment festzuhalten. Es wird kein Moment und kein Augenblick dieses Jahres so sein wir der letzte und wir haben nicht die Chance, auch nur eine Sekunde zwei Mal zu erleben. Doch statt im Moment zu leben, lenken wir unsere Aufmerksamkeit auf die Zukunft, auf das, was noch kommen wird und wir verpassen dabei die vielen kleinen Momente des Alltags, die an uns vorüberziehen, weil unsere Gedanken woanders sein. Schenken wir doch dem JETZT mehr Gedanken und nehmen wir die Momente an, wie sie sind. Es gelingt nur, wenn wir mit Achtsamkeit durchs Leben gehen und die Momente auskosten, wie sie kommen. Dann bleiben sie ins uns verankert. Wenn wir den Boden unter den Füßen nicht verlieren, wenn wir bei uns sind.

Es wird auch Überraschungen geben, die auf den ersten Blick nichts Gutes haben. Jene, die vielleicht beim ersten Hinfühlen ein Kribbeln oder Unbehagen auslösen. Sie lösen negative Gedanken in uns aus. Diese Momente kennst du bestimmt auch, oder?

Irgendwie sind alle Momente für etwas gut. Manchmal bringen sie große Veränderungen, manchmal sind es aber auch nur winzige Schritte. Manche Veränderungen sieht man im Außen, manche geschehen aber nur Innen.

Ganz bei mir selbst.

Nur ich bekomme sie mit. Ich halte sie fest. Ich nehme sie an. Ich spüre hin. Ich wachse an ihnen. Sie lassen mich klein fühlen, weil sie mir zeigen, wo ich noch an mir arbeiten muss.

Sie lassen mich groß werden. Groß sein. Erwachsen ist man wohl nie richtig. Erwachsen-sein ist ein Prozess. Der beginnt schon beim Kind-sein.

Kindheit

Kindheit ist keine Vorbereitung auf das Erwachsenenleben. Kindheit ist. Das sind die vielen Momente, die wir ins uns tragen, das sind Gerüche, die plötzlich Erinnerungen auslösen, das sind Sätze, die uns gesagt wurden und die wir, meist bis zu den eigenen Kindern, unhinterfragt übernommen haben. Das sind Berührungen, die in uns Geborgenheit und Wärme auslösen, aber auch Angst und Unbehagen bedeuten können. Kindheit ist so vieles. Es ist so vieles, was wir heute nicht beschreiben können, was uns aber prägt. Wir alle tragen unsere Kindheit in uns. Sie ist nicht abgeschlossen. Sie ist immer da und ein Teil von uns. Doch was machen wir? Ähnlich wie mit den Vorsätzen richten wir unseren Blick in die Zukunft und haben Angst davor unser Kind zu verwöhnen, wenn es bei uns im Bett schlafen lassen oder prompt auf seine Bedürfnisse reagieren. Wir planen, hoffen und wünschen uns so viel für unsere Kinder, wir (er-)ziehen sie in die eine oder andere Richtung und verlieren dabei den Blick für das die Dinge, die unser Kind mitbringt auf diese Welt und die dadurch das Beste für es sind. Von unseren Kindern können wir viel lernen: Wir können von ihnen lernen, im Hier und Jetzt zu leben. Sie sind wunderbare, großartige Lehrmeister und Spiegel. Ihre Kindheit ist es, die uns wachsen lässt. Wir wachsen aneinander. Auf dieser Beziehung baut unser Leben auf. Seien wir dafür dankbar, dass wir Teil sein dürfen, dass wir sie auf ihrem Weg begleiten dürfen und nehmen wir die Chancen an. Manchmal gibt es da noch eine Baustelle, eine Stelle, über die wir stolpern. Immer wieder. Es braucht mehr Anläufe und Achtsamkeit, um hinzusehen und den Mut zu haben, sie zu öffnen.

Fußspuren

Ja, sich zu öffnen ist mutig. Es bedeutet, im Wandel und im Wachstum zu sein. Es bedeutet, bewusst „Ja“ zu sich zu sagen und zu schauen, wo die Reise hingeht. Es bedeutet, sich auf sich selbst einzulassen, sich selbst anzunehmen, mit all seinen Stärken und Schwächen. Mit allen Speckröllchen, Orangenhautdellen, inneren und äußeren Narben. Wir entwickeln uns immer. Stetig. Mit jedem Tag. Mit jeder Erfahrung. Mit jedem Tun und jedem Satz. Wir prägen damit unsere Welt. Und die Welt unserer Kinder. Deswegen ist es nicht egal, wie wir mit uns, unserer Umwelt, unseren Mitmenschen und unseren Taten und Worten umgehen. Unsere Kinder sehen das, nehmen das auf und bauen darauf ihr Leben auf. Frage dich selbst, wie du dir das Leben für deine Kinder wünschst – und dann beginne damit, es zu gestalten. Du hast einen großen Einfluss.

Noch.

Irgendwann verlassen sie dann deine Fußspuren und begründen neue Wege. Das ist gut so.

Vieles können wir planen und beeinflussen, aber nicht alles. Das Leben hält Überraschungen bereit und an ihnen sehen wir, wo unsere nächste Entwicklung stattfindet. Seien wir dankbar für die vielen Möglichkeiten, die uns das Leben immer wieder schenkt.

Bild: (c) pexels.com

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