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Habit Tracker: Energiefresser entlarven

Habit Tracker – eigentlich glauben wir zu wissen, was uns gut tut und was uns wichtig ist. Ich schreibe ganz bewusst „eigentlich“: Eigentlich sollten wir mehr Sport machen, uns gesünder ernähren, mehr Zeit für die Familie nehmen, die Kinder weniger anschnauzen, ruhiger bleiben, uns Zeit nehmen für Dinge, die uns wichtig sind.

Doch am Ende des Tages sind noch zu viele Bedürfnisse und Wünsche übrig, für die wir keine Zeit mehr haben. Warum schaffen wir es also nicht uns Zeit zu nehmen für die Dinge, die uns wichtig sind?

Gewohnheiten

Dafür gibt es einmal einen ganz entscheidenden Grund: Unsere Gewohnheiten. Unsere habits. Das ist also, wenn wir jeden Morgen noch drei Mal das Aufstehen hinauszögern, statt den Sonnengruß zu machen, wenn wir ohne Frühstück in die Arbeit hetzen und unterwegs ein Weckerl hastig hinunterschlingen, wenn wir gegen den Heißhunger auf Fast Food statt auf Slow Food setzen, wenn wir dann nach der Arbeit zum Kindergarten hetzen und versuchen, noch einen harmonischen Nachmittag mit einem reizüberfluteten Kleinkind zu verbringen, wenn wir heimlich – um noch ein paar Nerven zu bewahren – Schokolade in uns hineinstopfen, wenn wir unserem Kind einen Gemüse- und Obstteller aufschneiden und ihm beim Essen zusehen statt auch zuzugreifen, wenn wir abends noch mit Hungergefühl im Bauch einkaufen gehen, wenn…….

Kommt dir das bekannt vor? Auf mymonk werden diese Gewohnheiten als Autobahn beschrieben und ich mag diesen Vergleich. Es ist derselbe Trott, es sind dieselben Wege, dieselben Kurven. Es ist das, was wir als Gewohnheiten bezeichnen. Unser Alltag. Unsere Routine. Aus ihr auszubrechen ist schwierig. Wenn wir etwas ändern wollen, dann müssen wir eine Ausfahrt nehmen und neue Wege einschlagen. Aktiv. Nicht nur, indem wir darüber nachdenken, sondern, indem wir es TUN.

Habit Tracker

Diese kleinen Zeit- und Energiefresser kennst du bestimmt auch, oder? Nur weiß man manchmal gar nicht so genau, wo sie sitzen. Da kann dann ein Habit Tracker helfen. Der Habit Tracker ist eine Methode der Bullet Journalists, um Gewohnheiten aufzuspüren. Sie zu entdecken. Sie zu entlarven. Es geht also darum, Gewohnheiten und Verhaltensmuster sichtbar zu machen. Das System ist ganz einfach:

  1. Du erstellst dir einen Raster mit 31 Kästchen. Ob nun analog auf einem Papier, oder im Excel oder mithilfe einer App – ganz egal. Es geht darum, dass du sichtbar machst, womit du deine Zeit verbringst.
  2. Auf der linken Seite schreibst du  eine Liste mit Gewohnheiten und Aktivitäten, die dir einfach mal so spontan einfallen. Das können nun Wünsche sein, die du gerne umsetzen möchtest und es sollen auch ganz konkrete Dinge sein, die in deinem Alltag Platz finden. Pro Zeile eine Aktivität. Wenn dir nichts mehr einfällt, dann warte. Es kommen dann schon noch welche dazu 🙂
  3. Neben jeder Aktivität hast du nun 31 Kästchen – für jeden Tag des Monats eine. Jeden Abend nimmst du dir nun Zeit und schaust, welche Aktivitäten und Gewohnheiten heute im Laufe des Tages passierten.
  4. Wenn dir noch Aktivitäten einfallen, dann schreibe sie dazu.
  5. Du kannst auch die Kraft der Farben verwenden: Für Dinge, die du gerne machen möchtest, wähle bunte, kräftige Farben. Für Gewohnheiten, die du loswerden möchtest, verwende graue oder dunkle. Dein Ziel sollte es sein, am Ende des Monats ein buntes Blatt zu haben und möglichst wenig dunkle Farben.

Wenn du mit diesem Habit Tracker lange arbeitest, dann erkennst du schnell Zeit- und Energiefresser, die dir bisher vielleicht nicht bewusst waren. Mir ging es so.

Einer meiner Wünsche ist es, mehr Zeit zum Lesen zu finden. Ich habe früher viel gelesen. Mehrere Bücher in einem Monat. Heute fehlt mir dazu einfach die Zeit. Ich bin froh, wenn ich ein Buch in drei Monaten bis zum Ende schaffe. Das ärgert mich, weil ich das Gefühl habe, ein Hobby, das mir wichtig ist, irgendwo im Strudel des Alltags, zwischen all den Gewohnheiten und „das muss ich noch tun“ verloren zu haben. Der Habit Tracker hat mir geholfen zu sehen, wofür ich meine Zeit ver(sch)wende und in welchen Bereichen ich mich  verbessern kann.

Ich habe so z.B. erkannt, dass ich wahnsinnig viel Zeit damit verbringe, mich auf Facebook herumzutreiben – das raubt Zeit und Energie. Wieviel Zeit das ist, war mir gar nicht so bewusst. Oder auch, dass ich viel Zeit damit verbringe, irgendwo zu warten. Ich weiß nun also, was ich ändern kann, um Platz für neue Aktivitäten zu schaffen oder wo ich Zeitfenster habe, die ich besser nutzen kann.

Dein Habit Tracker

Wenn du nun auch Lust hast mitzumachen, dann verrate ich dir noch ein paar Links mit Vorlagen und Co., die du dafür verwenden kannst:

Wie ist es bei dir? Brauchst du so ein System oder bist du diszipliniert genug? Ich freue mich auf deinen Input und deine Ideen!

 


Quellen:

„Wie man endlich Zeit für das wirklich Wichtige findet“ auf mymonk

Foto: (c) unsplash.com

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